Überblick Neurochemie

In den letzten Wochen habe ich über die sogenannten „Glückshormone“ und die „Stresshormone“ geschrieben, sowie über deren Zusammenhänge untereinander und über die Zusammenhänge mit Depressionen und Burnout. Hier möchte ich nochmal einen Überblick geben.

Überblick

„Glückshormone“:

„Stresshormon“:

Die folgende Graphik zeigt alle diese Hormone und Botenstoffe und zeigt deren (vereinfachte) Zusammenhänge auf:

Neurochemie_Zusammenhaenge

Endorphine und Dopamin werden individuell gebildet und sind in der Regel nicht abhängig von anderen Personen. Serotonin und Oxytocin hingegen sind „soziale“ Hormone. In der Regel braucht man zur Ausschüttung andere Personen.

Die Ausschüttung von Serotonin und Oxytocin sind bei Burnout und Depressionen erstrebenswert. Endorphine sind nur bedingt von Nutzen. Dopamin kann auch helfen, sich besser zu fühlen, es macht allerdings auch süchtig, also mit Vorsicht zu genießen. Durch ständige Dopamin-Ausschüttung durch immer höher gesteckte Ziele am Arbeitsplatz kann Dopamin einem Burnout sogar noch Vorschub leisten.

Cortisol ist das Stresshormon, das ausgeschüttet wird, wenn eine Gefahrensituation nicht sofort beendet werden kann. Es übernimmt dann die Aufgabe von Adrenalin und Noradrenalin, die nur für kurzfristige Gefahren ausgelegt sind. Diese Stresshormone bewirken dass der Körper effektiv durch „Kampf“ oder „Flucht“ auf die Gefahrensituation reagieren kann. Außerdem reguliert Cortisol unseren Schlaf-Wach-Rhythmus. Eine dauerhafte Ausschüttung, z.B. durch dauernden Stress am Arbeitsplatz, führt zu Burnout und Schlafstörungen. Auch bei Angststörungen wird übermäßig Cortisol ausgeschüttet.

Es bestehen Wechselwirkungen zwischen Serotonin und Dopamin, sowie zwischen Cortisol und Oxytocin. Eine Erhöhung des Serotonins im Gehirn, hilft zu hohe Mengen an Dopamin zu reduzieren. Eine höhere Ausschüttung von Oxytocin kann helfen, den Cortisol-Spiegel zu senken, so dass der gefühlte Stress reduziert wird. Umgekehrt führt eine erhöhte Produktion von Cortisol in einer Stress- oder Gefahrensituation zu einer Reduktion von Oxytocin.

Maßnahmen bei Depression und Burnout

Wie in den einzelnen Beiträgen beschrieben, kann man Einfluss auf die Ausschüttung von „Glückshormonen“ nehmen:

  • Medikamente (Serotonin, Cortisol)
  • Sich krankschreiben lassen (Cortisol)
  • Sonnenlicht / Tageslicht genießen (Serotonin)
  • Sport / Bewegung nach einer Ruhezeit (Endorphine, Dopamin, Serotonin)
  • Ausruhen, Pausen einlegen (Cortisol)
  • Meditation (Cortisol)
  • Lachen (Endorphine)
  • Erstellung und Abarbeiten einer Aufgabenliste, kein Multitasking (Dopamin)
  • Lob, Anerkennung von Anderen einfordern (Serotonin)
  • Körperkontakt und Kuscheln (Oxytocin)
  • Treffen mit Freunden und Menschen, denen man vertraut. (Oxytocin)
  • Vermeiden von Kontakten zu Menschen, die einem nicht gut tun (Oxytocin)
  • Gutherzige Handlungen gegenüber Anderen (Oxytocin)

 

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9 Gedanken zu “Überblick Neurochemie

  1. Pingback: Neurochemie: Überblick und Zusammenfassung | Daniel's Burnout Blog

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